2011

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Durch starke Regenfälle, am 14. Januar 2011, in Brasilien entstanden Erdrutsche, die mehr als 500 Menschen das Leben kosteten, nur 4 Tage später kam es in Mosambik und Südafrika zu starken Überschwemmungen, bei denen mindestens 50 Menschen starben, und in Deutschland wurde zeitgleich von der Gesellschaft für deutsche Sprache „Alternativlos“ zum Unwort des Jahres 2010 gewählt.

Grund genug, sich kritisch mit der Entwicklung unserer Gesellschaft, Ökonomie, Ökologie und auch Politik auseinander zu setzen.

Die Nachhaltigkeitswoche der Universität Rostock, vom 17. bis zum 21. Januar 2011, beinhaltete 4 spannende Vorträge und einem interaktiven Workshop zu den Themen Ressourcenknappheit, Verteilung und Nutzung digitaler Ressourcen, Klimawandel und sozialer Gerechtigkeit sowie dem Wirtschaftswachstum und der Postwachstumsökonomie. In dem Workshop wurden Handlungsmöglichkeiten und Alternativen diskutiert.

Veranstaltet wurde die Nachhaltigkeitswoche von der Grünen Hochschulgruppe, der Juso Hochschulgruppe Rostock, den Hochschulpiraten Rostock und dem Asta der Universität Rostock.

 

 

 Januar, 19 Uhr, Ulmenstraße 69 – Haus 1 Raum 021

„Nachhaltigkeit bei schwindenden Ressourcen“

Bettina Elisabeth Hennig ist derzeit Stipendiatin der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und promoviert als Mitglied der Forschungsgruppe Nachhaltigkeit und Klimapolitik an der Universität Bremen.

Der Vortrag liegt schwerpunktmäßig auf Ressourcenknappheit und durch diese auf uns zulaufende Verteilungsproblem, aber auch auf den Folgen für unser Wirtschaftssystem. Es soll plastisch anhand einiger Beispiele dargestellt werden, z.B. Phosphor. Es wird diskutiert, warum Recycling, Material- und Energieeinsparung wichtig ist und was andernfalls auf lange Sicht der Menschheit droht.

Januar, 19 Uhr, Ulmenstraße 69 – Haus 1 Raum 224

„Digitale Nachhaltigkeit – Was bedeutet Nachhaltigkeit bei nicht-knappen Wissensressourcen?“

Dr. Marcus M. Dapp beschäftigt sich in der Lehre mit der Frage des nachhaltigen Umgangs mit digitalen Gütern. Seit Sommer 2009 arbeitet er als IT-Stratege bei der Landeshauptstadt München, wo er sich in Fortsetzung dieses Themas auch mit “Open Government” beschäftigt. Der Vortrag beschreibt, wie verschiedene Interessen die Produktion, Verteilung und Nutzung digitaler Ressourcen (Code & Content) beeinflussen. Gängige Ansätze mit starker Betonung geistigen Eigentums werden mit offenen Ansätzen (Linux, Wikipedia und YouTube) verglichen. Der Fokus liegt auf den Auswirkungen dieser Ansätze und »digitaler Nachhaltigkeit« als möglicher Vision für die Gesellschaft.

Januar, 19 Uhr, Ulmenstraße 69 – Haus 1 Raum 224

„Klimawandel und Soziale Gerechtigkeit“

Prof. Dr. Felix Ekardt ist Professor an der juristischen Fakultät der Universität Rostock sowie regelmäßiger Autor in überregionalen Tageszeitungen. Neben zahlreichen Publikationen zum Prinzip der Nachhaltigkeit ist er politikberatend im Klimaschutz auf EU-, Bundes- und Landesebene tätig. Der Vortrag beschreibt Folgen und Auswirkungen des Klimawandels. Welche Maßnahmen sind jetzt global notwendig und in welchem Rahmen sind sie überhaupt sinnvoll, um unseren Kindern eine Welt zu hinterlassen, die noch lebenswert ist? Wie stellt sich durch den Klimawandel die soziale Frage, nicht nur in Europa, sondern gerade auch in den armen Teilen der Welt? Felix Ekardt stellt die Lage dar und ein Ansatz zur Lösung dieser Problematik vor.

 

Januar, 19 Uhr, Ulmenstraße 69 – Haus 1 Raum 323

„Auf dem Weg zur Postwachstumsökonomie?“

Prof. Dr. Niko Paech ist derzeit Gastprofessor am Lehrstuhl für Produktion und Umwelt an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Umweltökonomik und Nachhaltigkeitsforschung.

Die lang gehegte Hoffnung, dass wirtschaftliches Wachstum durch technischen Fortschritt nachhaltig oder klimafreundlich gestaltet werden kann, bröckelt. Weiterhin scheint ein auf permanente ökonomische Expansion getrimmtes System kein Garant für Stabilität und soziale Sicherheit zu sein. Darauf deutet die derzeitige Eskalation auf den Märkten für jene Ressourcen („Peak Everything“) hin, auf deren unbegrenzter und kostengünstiger Verfügbarkeit das industrielle Wohlstandsmodell bislang basierte. Folglich ist es an der Zeit, die Bedingungen und Möglichkeiten einer Postwachstumsökonomie auszuloten. Was wären die Merkmale einer Ökonomie jenseits permanenten Wachstums? Welcher Wandel, welche Konsum- und Produktionsmuster gingen damit einher?

Januar, 13 Uhr, Bildungskeller (Ulmenstr. 69, Haus 3)

„Zukunftsfähige Ökonomie Aus der Traum vom immer währenden Wachstum. – Alternativen und eigene Handlungsmöglichkeiten.“

Mit diesen Fragen befassen sich Aldo Segler und Torsten Hohberg (Ökohaus e.V. Rostock) in einem Workshop. Gemeinsam soll herausgefunden werden, was „Wachstum“ und was „Wohlstand“ eigentlich ist. Wie können oder warum sollten wir uns als Gesellschaft neue Ziele setzen? Wie sollte eine zukunftsfähige Wirtschaft aussehen?“

 

 

 

an der Universität Rostock